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Das "Wunder" der Restaurierung

Zerrissen - zernagt - zerfallen


Die Erwartungen an die Ergebnisse einer Restaurierung sind erfahrungsgemäß hoch - man erwartet nicht selten Wunder -, wobei sie den Kenntnisstand und die Wünsche des einzelnen widerspiegeln. Diese jeweils individuell verschiedenen sachlichen und persönlichen Vorstellungen erschweren mitunter die Kommunikation zum Thema Restaurierung und zielen dementsprechend auf sehr unterschiedliche Arbeitsergebnisse ab. Man spricht zwar von Restaurierung, man vergibt Aufträge als Restaurierung, meint jedoch beispielsweise vielmehr renovierende oder rekonstruierende Tätigkeiten, die den bearbeiteten Objekten einen sichtbaren "neuen Glanz" verleihen. Diese Fehldeutungen des Begriffs Restaurierung haben u.U. erhebliche negative Folgen, denn sie können die Erhaltung der Originalsubstanz kulturhistorisch wertvoller Werke gefährden.

Die Arbeitsmethoden der Restaurierung unterliegen einer kulturellen, das Berufsethos prägenden Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen das historische Erscheinungsbild eines Werkes und der physische Zustand der Materialien, die erhalten werden müssen. Die European Confederation of Conservator-Restorers' Organizations (E.C.C.O.) benennt z.B. im Code of Ethics1 von 1993 die Grundsätze, an die Restauratoren bei der Ausübung ihrer konservatorischen und restauratorischen Arbeit gebunden sind. In Deutschland bilden die Blaubeurener Empfehlungen2 von 1991 eine weitere wichtige Arbeitsgrundlage. Sie enthalten neben berufsethischen Grundsätzen auch allgemeine Empfehlungen für die Durchführung praktischer Maßnahmen zur Instandsetzung von Archiv- und Bibliotheksgut.

Diese Richtlinien sind heute mehr als zehn Jahre alt und in ihren knapp gefassten Grundsatzaussagen weiterhin aktuell. Sie sind gemeinsam mit anderen, umfangreichen Veröffentlichungen wie z.B. von Gerd Brinkhus, Christopher Clarkson, Dag Ernst Petersen, Nicholas Pickwoad und J. A. Szirmai3 für das Verständnis von Buchrestaurierung wichtig. Inhaltlich setzen sie sich auch mit jenen handwerklichen Traditionen auseinander, die aufgrund falscher Vorstellungen die originale Beschaffenheit eines Buches verändern und den Grundgedanken der Restaurierung nicht gerecht werden. Außerdem heben sie die Bedeutung der Kooperation von Restauratoren mit Geistes- und Naturwissenschaftlern hervor und beschäftigen sich mit dem Berufsbild des Restaurators sowie seiner Verantwortung gegenüber dem beschädigten Kulturgut und der Gesellschaft.

Um Buchpaten für die Erhaltung wertvoller Einzelstücke zu gewinnen, muss man sich zuvor mit dem Begriff der Restaurierung näher beschäftigen, Vorstellungen von möglichen Arbeitsergebnissen entwickeln und diese dann auch vermitteln. Denn "Restaurieren heißt nicht wieder neu machen"4 und der von der Öffentlichkeit so sehr gewünschte, deutliche "Vorher-Nachher-Effekt" fällt nach einer fachmännisch ausgeführten Restaurierung mitunter überraschend verhalten aus.

Restaurierungsarbeiten sind in der Regel aufwändig und bleiben deshalb Büchern und Einzel­blättern mit einem hohen intrinsischen Wert, d.h. mit besonderen äußeren Merkmalen sowie besonderer inhaltlicher, bibliotheks- und/oder kunsthistorischer Bedeutung, vorbehalten. Sie kommen zur Anwendung, wenn die Objekte so beschädigt sind, dass eine Benutzung nicht ohne eine weitere Gefährdung des Werkes möglich ist.5

Beschädigungen an Materialien haben endogene oder exogene Ursachen. Sie liegen beim Buch einmal in der Qualität der Schriftträger, der Druckfarben bzw. Schreibmittel und der Einbandmaterialien begründet und/oder entstehen durch äußere Einwirkungen wie Katastrophen (Kriegsschäden, Hochwasser), durch fahrlässigen Umgang und häufige Benutzung sowie mangelnde Bestandspflege.

Papierzerfall, Tinten- und Farbfraß sind Beispiele für materialbedingte Schäden; Benutzungsschäden, Schimmelschäden, Schäden durch Insektenbefall, durch Hitze- und Lichteinwirkung oder durch Luftverschmutzung entstehen hingegen durch Einwirkung von außen. Schäden lassen sich ferner nach ihrem Charakter bzw. den Ursachen in chemische, biologische oder mechanische Schäden kategorisieren. Zudem ist jedes beschädigte Objekt nach einem bestimmten, zeitgenössischen Arbeitsstil entstanden und hat seine eigene kulturhistorische Geschichte. Zur Schadensbehebung, zum Restaurieren also, sind aufgrund der Beschaffenheit der Schäden sowie der Qualität der Objekte - neben handwerklichen Fertigkeiten - auch Kenntnisse notwendig, die in die Gebiete verschiedener natur- und geisteswissenschaftlicher Fächer hineinreichen.

Das Verb restaurieren kommt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie "den ursprünglichen Zustand wiederherstellen". Die realen Tätigkeiten, die sich dahinter verbergen, können eine solche Wiederherstellung allerdings nicht leisten. Eine Beschädigung kann nicht rückgängig gemacht werden; die Ursachen und Folgen können lediglich beseitigt und ein Fortschreiten des Schadens verhindert oder verzögert werden. Der ursprüngliche Zustand eines Werkes ist uns auch heute vielfach nicht bekannt und kann aufgrund vorhandener Materialfragmente, Stilelemente und der zeitgenössischen Verarbeitung oder durch den Vergleich mit ähnlichen Werken nur vermutet werden. So gesehen suggeriert das Wort restaurieren zunächst falsche Vorstellungen.

Alle Materialien verändern sich mit der Zeit durch natürliche Alterungsprozesse. Bei Büchern hinterlässt zudem die Benutzung über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg ihre Gebrauchsspuren und Beschädigungen. Entsprechendes gilt auch für ältere Reparaturversuche. Mitunter können diese Spuren auch Träger von Informationen sein, die über die Provenienz bzw. die Geschichte eines Werkes Auskunft geben und damit den ideellen und materiellen Wert u.U. sogar erhöhen. Sie alle gehören heute, zum Zeitpunkt der Benutzung oder Begutachtung (z.B. im Vorfeld von Restaurierungsarbeiten) zum gegebenen Erscheinungsbild des Buches. Die zur Anwendung kommenden Restaurierungsmethoden müssen deshalb den spezifischen Charakter des gealterten Werkes bewahren. Ihre Auswahl erfolgt in Absprache mit dem für den Altbestand zuständigen Bibliothekar oder bei besonderen Problemstellungen auch mit Kunsthistorikern oder Spezialisten der Einband- und Papierforschung.

Unter "restaurieren" sind demnach praktische Tätigkeiten zu verstehen, die nach umfassenden Vorüberlegungen Schäden beheben und dabei die Objekte - ihre Form und Materialstrukturen - nicht mehr als unbedingt nötig verändern. Ein Werk vor seiner Restaurierung ist zwar einerseits graduell unterschiedlich stark beschädigt, vielleicht sogar nicht mehr benutzbar; andererseits besitzen die äußere Erscheinung, die vorhandenen Fragmente und deren Materialbeschaffenheit die einzigen Informationen über den ursprünglichen Zustand und diese müssen erhalten bleiben.

Restaurierungsarbeiten bedeuten für die zu behandelnden Objekte immer eine Veränderung; so werden z.B. gealterte, brüchige Materialien gefestigt, Fehlstellen mit neuen Materialien ergänzt, Risse geschlossen, chemische Alterungsprozesse modifiziert. Die Arbeitsschritte sollen reversibel sein; in der Praxis bedeutet jedoch ein umkehrbarer Arbeitsprozess wie das Entfernen von Restaurierungen eine weitere Veränderung für das Objekt. Auch aus diesem Grund sollten Minimaleingriffe in die Originalsubstanz das Ziel jeder Restaurierung sein. Die zur Anwendung kommenden neuen Materialien und Chemikalien müssen so ausgewählt werden, dass sie nicht zu einer neuen Schadensursache für die historische Substanz werden.

Zu einer "richtigen" Restaurierung gehört die Dokumentation. Sie dient der ausführlichen Beschreibung des Vorzustandes, der Restaurierungsvorhaben, der ausgeführten restauratorischen Arbeiten und ihrer unmittelbaren Auswirkungen auf die Originalsubstanz. Sie ist ein Teil der Restaurierung und macht die erfolgten Maßnahmen transparent und nachvollziehbar. Für den Auftraggeber ist sie auch der Nachweis für die vom Restaurator geleisteten Arbeiten. Die Qualität von Dokumentationen lässt außerdem Rückschlüsse auf die Fähigkeiten und das Arbeitsethos einer Werkstatt zu.

Restauratoren benötigen umfassende handwerkliche Fähigkeiten sowie detaillierte Kenntnisse zu den historischen Erscheinungsformen ihrer Objektgruppen und deren Materialien sowie auf den jeweiligen Bereich der Restaurierung abgestimmte chemische und physikalische Grundlagenkenntnisse. Die Ausbildung ist daher ein zeitlich längerer Prozeß, der in das Berufsleben hineinreicht und gezielte Weiterbildungen notwendig macht.

Das Leistungsniveau der Restaurierungsarbeiten ist gestiegen. Das liegt u.a. daran, dass sich die Restauratorenausbildung während der letzten zweieinhalb Jahrzehnte in Deutschland etabliert und bereits mehrere Generationen von gut ausgebildeten Diplom-Restauratorinnen und Diplom-Restauratoren hervorgebracht hat6. Die derzeitigen Ausbildungsstätten an den Fachhochschulen Köln und Hildesheim, an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart oder der Staatlichen Fachakademie zur Ausbildung für Restauratoren in München vermitteln unter unterschiedlichen Schwerpunkten die notwendigen naturwissenschaftlichen, geisteswissenschaftlichen und handwerklichen Grundkenntnisse und Fähigkeiten, die benötigt werden, um in oder für Bibliotheken, Archive und Museen an deren sehr unterschiedlichen Beständen restauratorisch und konservatorisch kompetent zu arbeiten. Die von den Ausbildungsstätten geleistete Arbeit kommt allerdings nicht nur den Studierenden zu gute. Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit sowie die Entwicklung neuer Methoden werden von den meisten bestehenden Werkstätten verfolgt und finden auch durch Weiterbildungsangebote der Institutionen oder über Publikationen den Weg in die allgemeine Praxis. Umgekehrt unterstützen etablierte Werkstätten die Ausbildung "ihres Nachwuchses", indem sie Praktika und andere Hilfeleistungen ermöglichen.

Die einzelnen Werkstätten bzw. die Restauratoren haben heute ihre speziellen Arbeitsschwerpunkte. Die zunehmende Spezialisierung resultiert aus der schnell fortschreitenden Entwicklung des Berufes, den gestiegenen qualitativen Anforderungen und der Ausweitung der Arbeiten z.B. auch auf konservatorische Maßnahmen. Den Restaurator von früher - jenen alles könnenden und wegen seiner Pionierarbeit oftmals verdienstvollen Einzelkämpfer - kann es daher nicht mehr geben. Mit ihm verabschiedet sich gewissermaßen auch die "alte" Zeit, in der die Restaurierung einfacher, überschaubarer, der Unterschied zwischen Vorher und Nachher sichtbarer und die Arbeiten nicht selten aus der Intuition erfolgen konnten, wobei allerdings die Ergebnisse oftmals nicht dem jeweiligen Originalcharakter der Objekte entsprachen.

Für restauratorische Laien - und dazu zählen auch Bibliothekare und Archivare -, die heute Restaurierungsarbeiten in Auftrag geben möchten, ist es viel schwieriger geworden, die Leistungen einer Werkstatt qualitativ einzuschätzen. Ihnen fehlen in der Regel die notwendigen fachlichen Kenntnisse, die einen Vergleich zwischen den Werkstätten und den angebotenen Verfahren ermöglichen. Um so wichtiger ist es, dass sie sich über die Art der Buchschäden und deren angemessene, d.h. wirksame und weder über- noch unterdimensionierte Behandlung fachkundig beraten lassen.

Zur Behebung von Schäden an wertvollem Bibliotheksgut genügt es also nicht, Sponsoren zu gewinnen, den Auftrag für eine Restaurierung auszuschreiben und die Angebote unter ökonomischen Aspekten zu vergleichen. Kosten können nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Mit den Bemühungen um die Erhaltung von Kulturgut geht man auch eine Verantwortung ein, die es erforderlich macht, sich mit der Qualität der Arbeitsergebnisse auseinander zu setzen und diesen den entscheidenden Stellenwert einzuräumen.

Natürlich können wirtschaftliche Aspekte angesichts der hohen Kosten für eine fachgerechte Restaurierung nicht unbeachtet bleiben. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob nicht auch für andere Maßnahmen der Bestandserhaltung, die im Vorfeld der Restaurierung liegen und der Prophylaxe dienen, Buchpaten gewonnen werden können. Restauratorische Standards gelten mittlerweile für alle konservatorischen Maßnahmen der Bestandspflege und fassen allmählich auch in der buchbinderischen Disziplin der Buchreparatur7 Fuß. Sie umfassen z.B. die Auswahl der Materialien, der Klebstoffe und der Arbeitsmethoden. Diese Maßnahmen sind preiswerter als Restaurierungen; sie schützen bzw. bewahren den Originalzustand der Werke und werden somit für die Erhaltung von ganzen Sammlungen in Bibliotheken interessant. Durch Buchpatenschaften können beispielsweise der Kauf und die Vergabe von Schutzkartonagen und/oder einfache Festigungsarbeiten und Reparaturen nach restauratorischen Grundsätzen sowie die Massenentsäuerung säure- und holzhaltiger Bestände oder Verfilmungsprojekte finanziert werden.

Für potentielle Buchpaten sind allerdings berühmte Werke der Handschriften- und Rara-Bestände der Bibliotheken nach wie vor besonders attraktiv. Bei vielen dieser wertvollen, z.T. sehr alten Werke ist der ursprüngliche Charakter durch spezifische Alterungs- und Benutzungsspuren heute verändert. Sie werden aus einer besonderen Erwartungshaltung heraus relativ schnell als nicht mehr "schön" und damit beschädigt angesehen. Dieser Beurteilung liegt ein Ästhetikverständnis zu Grunde, das sich vermutlich vorwiegend an rekonstruierten Einbänden orientiert, wie sie z.B. bei prachtvollen Faksimile-Ausgaben zu sehen sind. In der Praxis führt diese Ansicht dazu, dass immer wieder ältere und besonders wertvolle Bücher für Restaurie­rungsmaßnahmen vorgesehen werden, obwohl ihre physische Materialstabilität und die noch vorhandene Funktionalität ihrer Einbände eigentlich keine benötigen.

Für die Wahl von Bestandserhaltungsmaßnahmen ist et wichtig, dass man die Unterschiede zwischen einem beschädigten bzw. akut gefährdeten Buch und einem gealterten Buch erkennt sowie das veränderte Aussehen älterer Bücher akzeptiert und als erhaltenswert ansieht. Diese Fähigkeiten, die eine tiefergehende Beschäftigung mit der äußeren Erscheinung älterer Werke sowie möglichen Schadensbildern und deren einzelnen Stadien voraussetzt, vermeiden unnötige "Instandsetzungsarbeiten" und die damit verbundenen Risiken des Substanzverlustes.

Die Benutzungsfrequenz historischer Bestände ist in der Regel niedrig. So reichen für die meisten Bücher konservatorische Maßnahmen - Reinigung, sorgfältiger Umgang und sachge­rechte Aufstellung in klimatisierten Magazinen, Schutzverfilmung oder Entsäuerung - zu ihrer Erhaltung aus. Für Werke, die einer häufigen Nachfrage unterliegen, müssen besondere schadenspräventive oder, bei bereits eingetretenen Schäden, restauratorische Maßnahmen ergriffen werden. Handelt es sich dabei um besonders wertvolle Bücher, können sie vor zu häufiger Benutzung geschützt werden, indem sie z.B. verfilmt und dem Benutzer nur dann vorgelegt werden, wenn äußere Informationen, die den Einband, die Buchmaterialien, Druck- oder Schreibstoffe betreffen, von Bedeutung sind.

Der Schaden eines Werkes, sein kulturhistorischer Wert und die Häufigkeit der Benutzung werden somit zu Kriterien, die die Art der Behandlung - ob mit geringem, erhöhten oder hohen Aufwand - bestimmen. Hinter dem Begriff Restaurierung verbergen sich zwar nicht zahllose Verfahren; ihre variablen Dosierungs- und Kombinationsmöglichkeiten sind jedoch nicht einfach zu überschauen. Um die geeigneten Methoden zu finden, muß man sich als Auftraggeber gut auskennen; dann allerdings vollbringt die Restaurierung auch Wunder: Die Erhaltung der originalen Substanz von existenziell gefährdeten wertvollen Beständen in ihrem gegenwärtigen Zustand.

Ulrike Hähner


1 Informationen zu E.C.C.O.: http://palimpsest.stanford.edu/byorg/ecco
2 Blaubeurener Empfehlungen. Empfehlungen für die Restaurierung und Konservierung von Archiv- und Bibliotheksgut. In: Bestandserhaltung in Archiven und Bibliotheken. Hrsg. v. Hartmut Weber. Stuttgart 1992. S. 157-170.
3 Vgl. Literaturangaben am Ende des Textes.
4 Ursprünglich der Titel einer bundesweiten Wanderausstellung über Restaurierung. Vgl. auch das Begleitbuch zur Ausstellung: Restaurieren heißt nicht wieder neu machen. Ein Berufsbild im Wandel. Hrsg. v. Buchholz, Ralf und Homann, Hannes. Hildesheim, Hannover 1994.
5 Auch nach einer Restaurierung muss sich der Benutzer auf die Grenzen physischer Belastbarkeit, z.B. beim Aufschlagen eines Buches oder dem Ansehen eines Einzelblattes, einstellen und diese bei der Handhabung berücksichtigen.
6 In Deutschland begann die geregelte Ausbildung für Papier- und Buchrestauratoren 1977. Sie wurde vom Museum für Deutsche Geschichte Berlin (ehemalige DDR) als vierjähriges Fachschul-Fernstudium eingeführt und organisiert. Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten blieb die Ausbildungsmöglichkeit nicht bestehen; die bis dahin erfolgten Abschlüsse wurden einer Fachhochschulausbildung gleichgestellt. Seit 1989 bilden die Fachhochschule Köln, seit 1991 die Staatliche Fachakademie für Restauratoren in München, seit 1992 die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und seit 1998 die Fachhochschule Hildesheim/Holzminden Papier- und Buchrestauratoren aus.
7 Das Board Slotting - eine Methode zum Wiederansetzen abgefallener Buchdeckel - wurde von Friederike Zimmern im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste weiterentwickelt. Vgl. dazu auch: Friederike Zimmern, Barbara Hassel, Ernst Becker, Gerhard Banik "Board Slotting" - eine maschinenunterstützte Buchrestaurierungsmethode. In: IADA Reprints 1999. Kopenhagen 1999. S. 81-88.